Ausbildung

Gut ausgebildet, klar in der Haltung

Sicherheit in der Jugendhilfe braucht mehr als Präsenz. Unsere Krisenpräventionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter durchlaufen eine mehrstufige, systematische Ausbildung, die vor dem ersten Dienst beginnt und berufsbegleitend weiterläuft.

Schulung im Seminarraum
Beispielfoto
Der Weg

Ausbildung in vier Phasen

Niemand kommt bei uns unvorbereitet in den Dienst. Die Einarbeitung folgt einem festen, dokumentierten Programm: Sie beginnt vor dem ersten Dienst und läuft berufsbegleitend weiter.

1
Die ersten vier Wochen

Einführungsphase

Einführungsschulung in Präsenz, Schulung der internen Prozesse und Berichtswege, Schulung im Schutzkonzept und Sachkunde nach § 34a GewO. Dazu die rechtlichen Grundlagen, vom Jugendschutzgesetz bis zum Datenschutz.

2
Ab dem zweiten Monat

Aufbauphase

Deeskalation und Konfliktmanagement, als E-Learning und in praktischer Schulung: mit Rollenspielen, Simulationen und Übungen zu Kommunikation, Selbstschutz und früher Konflikterkennung.

3
Ab dem dritten Monat

Vertiefungsphase

Kontinuierliche, bedarfsgerechte Weiterbildung: Erste Hilfe, Stress- und Burnout-Prävention, Fallarbeit und individuelle Schulungen, begleitet von Supervision und Intervision.

4
Fortlaufend

Laufende Auffrischung

Nach der Vertiefungsphase werden Schulungen und Prüfungen regelmäßig wiederholt: Bestehende Inhalte werden aufgefrischt und abgefragt, neue Themen kommen hinzu.

Inhalte

Was wir schulen

Acht Schwerpunkte, die in jedem Einsatz zusammenkommen. Sie folgen unserem Schutzkonzept und unserem Ausbildungskonzept.

Deeskalation

Spannung früh erkennen, ruhig sprechen, Situationen entschärfen, bevor sie kippen. Theoretische Grundlage ist unter anderem das Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl.

Gewaltfreie Kommunikation

Kommunikationstraining nach Marshall Rosenberg: aktives Zuhören, gewaltfreie Dialoge und der Blick auf die Bedürfnisse aller Beteiligten, von der Bedürfnispyramide nach Maslow bis zum Konfliktmanagement nach Gordon.

Umgang mit Aggression

Vier Kernkompetenzen nach Walter, Nau und Oud: Selbst-, Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Strukturmanagement für den professionellen Umgang mit Aggression und Gewalt.

Nähe und Distanz

Professionelle Beziehungsgestaltung liegt in der Verantwortung der Mitarbeitenden: so viel Nähe wie nötig, so viel Distanz wie geboten, immer transparent.

Schutzkonzept

Jede Kraft wird in unserem Schutzkonzept geschult: Verhaltenskodex, Beschwerdewege und der sensible Umgang mit teils traumatisierten jungen Menschen.

Rechtssicheres Handeln

Was ist erlaubt, was nicht. Verhältnismäßigkeit, Notwehr und die Grenzen des eigenen Handelns.

Eigen- und Fremdschutz

Sich und andere schützen, ohne zu verletzen. Sichere Techniken mit klarem Maß, nach dem Prinzip der maximalen Leidvermeidung.

Dokumentation & Abläufe

Nachvollziehbar handeln, sauber dokumentieren, sich im Team abstimmen: von Berichtswegen bis zu internen Kommunikationsstrukturen.

Qualitätssicherung

Ein Programm, das sich selbst überprüft

Die Qualität der Schulungen sichern wir in einem fortlaufenden Vier-Phasen-Prozess.

  1. Lagefeststellung

    Der Schulungsbedarf wird über Mitarbeiterumfragen und Befragungen der Träger ermittelt. Zeigt sich besonderer Bedarf, wird früh nachgesteuert.

  2. Planung

    Auf dieser Grundlage werden passende Schulungsangebote ausgewählt oder neu organisiert.

  3. Durchführung

    Die geplanten Schulungen werden umgesetzt: in Präsenz, online oder als praktische Übung.

  4. Kontrolle

    Die Wirksamkeit wird überprüft. Die Ergebnisse fließen zurück in die Lagefeststellung, damit sich das Programm laufend weiterentwickelt.

Karriere

Arbeiten in der Krisenprävention

Wenn Sie sich in dieser Arbeit wiederfinden, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.