Gut ausgebildet, klar in der Haltung
Sicherheit in der Jugendhilfe braucht mehr als Präsenz. Unsere Krisenpräventionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter durchlaufen eine mehrstufige, systematische Ausbildung, die vor dem ersten Dienst beginnt und berufsbegleitend weiterläuft.

Wie geschult wird
Die Schulungen finden im Konstant Krisenpräventionszentrum statt und verbinden Präsenzveranstaltungen mit Online-Modulen.
Die Schulungen werden von internen und externen Ausbilderinnen und Ausbildern gehalten. In Fallbeispielen aus der Praxis, Gruppenübungen und offenen Diskussionen wird das Gelernte auf den Arbeitsalltag übertragen: Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene Haltung, analysieren konkrete Situationen und üben angemessene Reaktionen.
Hinter dem Programm steht ein interdisziplinäres Team aus Ausbildern, pädagogischen Fachkräften und Psychologen. Die Schulungen richten sich an neue Mitarbeitende ebenso wie an erfahrene Kräfte, die ihre Kenntnisse vertiefen. Alle Grundschulungen werden dokumentiert und in der Mitarbeiterakte hinterlegt.
Ausbildung in vier Phasen
Niemand kommt bei uns unvorbereitet in den Dienst. Die Einarbeitung folgt einem festen, dokumentierten Programm: Sie beginnt vor dem ersten Dienst und läuft berufsbegleitend weiter.
Einführungsphase
Einführungsschulung in Präsenz, Schulung der internen Prozesse und Berichtswege, Schulung im Schutzkonzept und Sachkunde nach § 34a GewO. Dazu die rechtlichen Grundlagen, vom Jugendschutzgesetz bis zum Datenschutz.
Aufbauphase
Deeskalation und Konfliktmanagement, als E-Learning und in praktischer Schulung: mit Rollenspielen, Simulationen und Übungen zu Kommunikation, Selbstschutz und früher Konflikterkennung.
Vertiefungsphase
Kontinuierliche, bedarfsgerechte Weiterbildung: Erste Hilfe, Stress- und Burnout-Prävention, Fallarbeit und individuelle Schulungen, begleitet von Supervision und Intervision.
Laufende Auffrischung
Nach der Vertiefungsphase werden Schulungen und Prüfungen regelmäßig wiederholt: Bestehende Inhalte werden aufgefrischt und abgefragt, neue Themen kommen hinzu.
Was wir schulen
Acht Schwerpunkte, die in jedem Einsatz zusammenkommen. Sie folgen unserem Schutzkonzept und unserem Ausbildungskonzept.
Deeskalation
Spannung früh erkennen, ruhig sprechen, Situationen entschärfen, bevor sie kippen. Theoretische Grundlage ist unter anderem das Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl.
Gewaltfreie Kommunikation
Kommunikationstraining nach Marshall Rosenberg: aktives Zuhören, gewaltfreie Dialoge und der Blick auf die Bedürfnisse aller Beteiligten, von der Bedürfnispyramide nach Maslow bis zum Konfliktmanagement nach Gordon.
Umgang mit Aggression
Vier Kernkompetenzen nach Walter, Nau und Oud: Selbst-, Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Strukturmanagement für den professionellen Umgang mit Aggression und Gewalt.
Nähe und Distanz
Professionelle Beziehungsgestaltung liegt in der Verantwortung der Mitarbeitenden: so viel Nähe wie nötig, so viel Distanz wie geboten, immer transparent.
Schutzkonzept
Jede Kraft wird in unserem Schutzkonzept geschult: Verhaltenskodex, Beschwerdewege und der sensible Umgang mit teils traumatisierten jungen Menschen.
Rechtssicheres Handeln
Was ist erlaubt, was nicht. Verhältnismäßigkeit, Notwehr und die Grenzen des eigenen Handelns.
Eigen- und Fremdschutz
Sich und andere schützen, ohne zu verletzen. Sichere Techniken mit klarem Maß, nach dem Prinzip der maximalen Leidvermeidung.
Dokumentation & Abläufe
Nachvollziehbar handeln, sauber dokumentieren, sich im Team abstimmen: von Berichtswegen bis zu internen Kommunikationsstrukturen.
Ein Programm, das sich selbst überprüft
Die Qualität der Schulungen sichern wir in einem fortlaufenden Vier-Phasen-Prozess.
Lagefeststellung
Der Schulungsbedarf wird über Mitarbeiterumfragen und Befragungen der Träger ermittelt. Zeigt sich besonderer Bedarf, wird früh nachgesteuert.
Planung
Auf dieser Grundlage werden passende Schulungsangebote ausgewählt oder neu organisiert.
Durchführung
Die geplanten Schulungen werden umgesetzt: in Präsenz, online oder als praktische Übung.
Kontrolle
Die Wirksamkeit wird überprüft. Die Ergebnisse fließen zurück in die Lagefeststellung, damit sich das Programm laufend weiterentwickelt.
Arbeiten in der Krisenprävention
Wenn Sie sich in dieser Arbeit wiederfinden, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.