Begriffe kurz erklärt
Rund um Sicherheit und Jugendhilfe fallen viele Fachbegriffe. Hier erklären wir die wichtigsten in einfachen Worten.
Begleitschutz
Sichere Begleitung junger Menschen, zum Beispiel zu Terminen, Behörden oder Gericht. Bei Bedarf nach richterlichem Beschluss.
Bezugsfachkraft
Die pädagogische Fachkraft, die die Beziehung zu einem jungen Menschen hauptverantwortlich gestaltet. In der 1:1-Intensivbegleitung arbeitet sie eng mit einer Krisenpräventionskraft zusammen.
Deeskalation
Eine zugespitzte Situation früh und ruhig entschärfen, bevor sie eskaliert. Durch Haltung, Sprache und Präsenz, nicht durch Gewalt.
Dokumentation
Jeder Einsatz wird lückenlos und nachvollziehbar festgehalten. Das schafft Transparenz gegenüber Einrichtung, Jugendamt und den jungen Menschen selbst.
Erweitertes Führungszeugnis
Ein besonderer Nachweis für Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Für unsere Kräfte ist es Pflicht.
Gewaltfreie Kommunikation
Eine wertschätzende, deeskalierende Art zu sprechen, auch in zugespitzten Situationen. Fester Bestandteil unserer Haltung.
Hilfen zur Erziehung
Leistungen der Jugendhilfe nach dem SGB VIII, die Familien und junge Menschen unterstützen.
Inobhutnahme
Eine kurzfristige Schutzmaßnahme des Jugendamts nach § 42 SGB VIII, wenn ein junger Mensch akut in Gefahr ist.
Intensivbegleitung (1:1)
Ein engmaschiges Einzelsetting für junge Menschen, die in der Gruppe nicht mehr ankommen. Pädagogik und Sicherheit arbeiten hier besonders eng zusammen.
Intervision
Kollegiale Beratung unter Fachkräften auf Augenhöhe. Sie ergänzt bei uns die Supervision.
Jugendamt
Die kommunale Behörde für den Schutz und die Unterstützung junger Menschen und ihrer Familien. Es entscheidet über Hilfen und führt das Hilfeplanverfahren.
KJSG
Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz von 2021. Es stärkt Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten junger Menschen in der Jugendhilfe.
Krisenintervention
Schnelles, besonnenes Eingreifen bei akuter Eskalation, damit niemand zu Schaden kommt.
Krisenplan
Regelt für den Ernstfall vorab Rollen, Abläufe und Grenzen. So handeln alle Beteiligten abgestimmt statt improvisiert.
Krisenprävention
Vorausschauendes Handeln, damit aus einer schwierigen Lage keine Gefahr wird. Der Kern unserer Arbeit.
Krisenpräventionsmitarbeiter (KPM)
Unsere speziell ausgebildeten Kräfte. Sie halten die Sicherheit und arbeiten eng mit dem pädagogischen Team zusammen.
Krisenpräventionszentrum
Im Konstant Krisenpräventionszentrum werden unsere Krisenpräventionskräfte aus- und weitergebildet: mit Forschung, Online-Modulen, Seminaren und Präsenzschulungen.
Leidvermeidung
Unser Grundprinzip: Jeder Eingriff ist das letzte Mittel, so kurz und so schonend wie möglich.
Nachbesprechung
Nach jeder Situation werten wir gemeinsam aus: Was hat ausgelöst, was hat geholfen, was nehmen wir mit.
Partizipation
Das Recht junger Menschen, beteiligt zu werden und sich zu beschweren. Verankert im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz.
Präsenz
Ruhige, verlässliche Anwesenheit, die eine Gruppe verändert, bevor etwas passiert. Unser wichtigstes Werkzeug.
ProDeMa
Professionelles Deeskalationsmanagement. Ein anerkanntes Konzept, das nach dem Bedürfnis hinter dem Verhalten fragt.
Risiko- und Schutzanalyse
Wir prüfen systematisch, welche Risiken in einer Einrichtung bestehen und welche schützenden Strukturen es schon gibt. Daraus entsteht das passende Setting.
Rufbereitschaft
Erreichbarkeit rund um die Uhr, auch nachts und am Wochenende, für kurzfristige Einsätze.
Sachkundeprüfung (§ 34a GewO)
Die gesetzlich geregelte Prüfung nach der Gewerbeordnung. Sie ist die rechtliche Grundlage, um im Sicherheitsgewerbe zu arbeiten.
Schutzkonzept
Ein Plan, der festlegt, wie eine Einrichtung Kinder und Jugendliche vor Gefahren und Gewalt schützt.
Selbst- und Fremdgefährdung
Wenn ein junger Mensch sich selbst oder andere gefährdet. Unsere Kräfte sind darauf vorbereitet, beides früh zu erkennen und abzuwenden.
SGB VIII
Das Achte Sozialgesetzbuch. Es regelt die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.
Supervision
Regelmäßige fachliche Beratung für Teams und einzelne Kräfte, um das eigene Handeln zu reflektieren.
„Systemsprenger“
Ein umstrittener Begriff für junge Menschen, die in keinem Hilfesystem mehr ankommen. Wir verwenden ihn nur in Anführungszeichen.
Vier-Augen-Prinzip
Kontakt mit jungen Menschen findet grundsätzlich nicht allein hinter verschlossenen Türen statt. Das schützt alle Beteiligten.
Wohngruppe
Ein Zuhause auf Zeit, in dem wenige junge Menschen mit fester Betreuung zusammenleben. Unser häufigster Einsatzort.
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