
Schutz und Ausbildung mit System
Unsere Arbeit steht auf zwei Konzepten: einem Schutzkonzept, das Sicherheit und Würde zusammendenkt, und einem Ausbildungskonzept, das unsere Kräfte fachlich und menschlich vorbereitet. Hier die öffentliche Zusammenfassung.
Zwei Professionen, ein sicherer Rahmen
Pädagogik und Sicherheit sind bei uns keine getrennten Welten. Erst ihr Zusammenspiel schafft den Rahmen, in dem Beziehung auch in der Krise möglich bleibt.
Wertschätzung und Respekt
Unser Schutzkonzept gleicht einem Haus: Wertschätzung und Respekt sind das Fundament, auf dem alles andere ruht.
Darauf stehen die Säulen unserer Arbeit: eine ehrliche Risiko- und Schutzanalyse, konsequente Qualitätssicherung und eine sorgfältige Personalentwicklung. Das Dach bilden klare Interventionspläne und die Beteiligung der jungen Menschen.
Zusammen ergibt das eine Kultur der Achtsamkeit, in der sich alle sicher fühlen können: die jungen Menschen, das pädagogische Team und unsere Kräfte.
Der Anlass ist ernst: Übergriffe auf Beschäftigte nehmen in der Kinder- und Jugendhilfe zu, und auch erfahrenes pädagogisches Personal kommt an Grenzen. Eine zusätzliche, geschulte Person kann Krisen vorbeugen und trägt zu den sicheren Arbeitsbedingungen bei, auf die Beschäftigte nach § 4 Arbeitsschutzgesetz Anspruch haben. So bleibt den Fachkräften der Raum, ihrer pädagogischen Arbeit nachzugehen.
Die Säulen unserer Arbeit
Fünf Elemente, die zusammen für Sicherheit und Würde sorgen.
Risiko- & Schutzanalyse
Wir fragen systematisch, welche Bedingungen vor Ort ausgenutzt werden könnten und welche schützenden Strukturen bereits bestehen. Die Ergebnisse zeigen, wo Verbesserungen nötig sind, und fließen zurück in das Konzept.
Qualitätssicherung
Verbindliche Standards, dokumentierte Grundschulungen und regelmäßige Teambesprechungen sichern die Qualität jedes Einsatzes. Unseren Verhaltenskodex unterschreibt jede Kraft vor Dienstantritt.
Personalentwicklung
Sorgfältige Auswahl, gründliche Einarbeitung und laufende Qualifizierung unserer Kräfte. Ein erweitertes Führungszeugnis ist für alle Voraussetzung.
Krisen- & Interventionsplan
Für den Ernstfall sind Rollen, Abläufe und Grenzen vorab geregelt: nach dem Prinzip der maximalen Leidvermeidung, körperliche Begrenzung nur im Notfall und als mildestes Mittel. Jede Krise wird dokumentiert und nachbesprochen.
Partizipation
Junge Menschen haben ein Recht auf Beteiligung an allen Entscheidungen, die sie betreffen. Die Beschwerdewege der jeweiligen Einrichtung sind bekannt und werden von uns geachtet und mitgetragen.
Worauf wir uns stützen
Diese Grundlagen sind in unserem Schutzkonzept ausführlich beschrieben. Sie legen fest, was unsere Kräfte dürfen und was nicht, und woran sich unsere Arbeit messen lassen muss.
- § 34a GewO. Unsere Kräfte arbeiten auf Grundlage der Sachkunde nach § 34a Gewerbeordnung mit den gesetzlich vorgeschriebenen IHK-Prüfungen. Ein eintragungsfreies Führungszeugnis ist Voraussetzung; alle arbeits- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden eingehalten.
- Hilfen zur Erziehung. Wir werden im Rahmen der Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 ff. SGB VIII tätig: in Wohngruppen immer gemeinsam mit dem pädagogischen Personal, in einzelpädagogischen Maßnahmen und in der Begleitung von Familienhilfen. Unser Selbstverständnis orientiert sich an § 1 SGB VIII: Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung.
- KJSG & Beteiligung. Das 2021 reformierte Kinder- und Jugendstärkungsgesetz stärkt Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten junger Menschen. § 8 SGB VIII schreibt ihre Beteiligung an allen sie betreffenden Entscheidungen fest: für uns eine verbindliche Arbeitsgrundlage.
Wie wir uns verhalten
Fünf Grundsätze prägen jeden Kontakt mit den jungen Menschen. Dazu gehört das Vier-Augen-Prinzip: Kontakt findet nie durch eine Person allein statt, zum Schutz der jungen Menschen und unserer Kräfte.
Nähe & Distanz
Wir gestalten Beziehung bewusst und achten zugleich auf eine professionelle, schützende Distanz.
Haltung & Präsenz
Ruhige, klare Präsenz wirkt, bevor irgendetwas passiert. Haltung ist unser wichtigstes Werkzeug.
Gewaltfreie Kommunikation
Wir sprechen wertschätzend und deeskalierend, auch in zugespitzten Situationen.
Leidvermeidung
Jeder Eingriff ist das letzte Mittel, so kurz und so schonend wie möglich.
Transparenz
Was wir tun, ist nachvollziehbar, dokumentiert und für alle Beteiligten offen.
Gewaltprävention nach ProDeMa
Unsere Deeskalation folgt dem anerkannten Konzept des Professionellen Deeskalationsmanagements (ProDeMa). Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Bedürfnis hinter dem Verhalten, nicht die schnelle Reaktion auf das Symptom.
So gelingt es, Anspannung früh zu erkennen, ruhig zu begleiten und körperliche Maßnahmen so weit wie möglich zu vermeiden. Jede Situation wird anschließend ausgewertet und fließt zurück in unsere Arbeit.
Was uns wichtig ist
- Das Bedürfnis hinter dem Verhalten verstehen
- Frühe, ruhige Deeskalation statt Eskalation
- Körperliche Maßnahmen nur als letztes Mittel
- Nachbesprechung und Lernen aus jeder Situation
Wie wir unsere Kräfte vorbereiten
Unsere Krisenpräventionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter durchlaufen einen klaren, mehrstufigen Weg.
Einführungsphase
Einführungsschulung, interne Prozesse, Schutzkonzept und Sachkunde nach § 34a GewO.
Aufbauphase
Deeskalation und Konfliktmanagement, als E-Learning und in praktischer Deeskalationsschulung.
Vertiefungsphase
Fallarbeit, Reflexion und Spezialisierung, begleitet von Supervision und Intervision.
Laufende Auffrischung
Regelmäßige Wiederholungen und Abfragen: Bestehende Inhalte werden vertieft, neue Themen kommen hinzu.
Sie möchten unser Konzept genauer kennen?
Wir stellen Schutz- und Ausbildungskonzept gern persönlich und im Detail vor.