Sicherheit braucht klare Regeln
Der Einsatz von Sicherheit in der Jugendhilfe ist anspruchsvoll und verantwortungsvoll. Wir machen unsere Arbeit überprüfbar: in der Haltung, im Vorgehen und in der Dokumentation.
Woran wir uns halten
Pädagogik hat Vorrang
Sicherheit ist nie Selbstzweck. Sie schafft den Rahmen, in dem pädagogische Arbeit gelingen kann. Erzieherische Entscheidungen bleiben beim Fachpersonal.
So wenig Eingriff wie möglich
Wir handeln verhältnismäßig. Prävention und Deeskalation kommen vor jeder körperlichen Maßnahme, die immer das letzte Mittel bleibt.
Transparent und nachvollziehbar
Jeder Einsatz wird dokumentiert und ausgewertet. Einrichtung, Träger und Jugendamt können sich auf klare, offene Abläufe verlassen.
An klaren Vorgaben orientiert
Sicherheitsdienste dürfen in der Jugendhilfe nur unter klar definierten fachlichen und strukturellen Voraussetzungen eingesetzt werden. Wir verstehen das nicht als Hürde, sondern als Schutz für alle Beteiligten, vor allem für die jungen Menschen.
Unsere Arbeit ist immer eine unterstützende Maßnahme in besonders herausfordernden Situationen. Sie ersetzt keine pädagogische Struktur, sondern ergänzt sie, eingebettet in das Schutzkonzept der Einrichtung und abgestimmt mit Träger und Jugendamt.
Voraussetzungen für einen Einsatz
- Einsatz nur als unterstützende Maßnahme, eingebettet in das pädagogische Konzept
- Klar definierte fachliche und strukturelle Voraussetzungen
- Abgestimmt mit dem Schutzkonzept der Einrichtung
- Orientiert an den Arbeitshilfen der Landesjugendämter (§§ 45 ff. SGB VIII)
So sichern wir Qualität laufend
Qualität entsteht nicht einmalig, sondern in jedem Einsatz neu.
Dokumentation
Jeder Einsatz wird sachlich und vollständig dokumentiert.
Nachbesprechung
Besondere Situationen werden gemeinsam mit dem Team reflektiert.
Supervision
Regelmäßige Supervision für unsere Kräfte, intern und extern.
Fortbildung
Verpflichtende, laufende Weiterbildung statt einmaliger Schulung.
Abstimmung
Feste Ansprechpersonen und enge Abstimmung mit dem Träger.
Rückmeldung
Klare Wege für Feedback und Beschwerden aller Beteiligten.
Was jede Kraft mitbringt
- Sachkunde nach § 34a GewO. Jede Kraft verfügt über die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO mit den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der IHK. Sie ist die rechtliche Grundlage für unsere Arbeit.
- Erweitertes Führungszeugnis. Wer mit jungen Menschen arbeitet, legt ein eintragungsfreies, erweitertes Führungszeugnis vor.
- Haltung und Erfahrung. Nicht jeder ist für die Arbeit in der Jugendhilfe geeignet, das wissen wir. Unser Auswahlverfahren prüft deshalb neben der fachlichen Eignung auch Besonnenheit, Empathie und Belastbarkeit. In den Dienst kommt nur, wer zu dieser Aufgabe wirklich passt.
- Verhaltenskodex. Vor Dienstantritt unterschreibt jede Kraft unsere Dienstanweisung mit klarem Verhaltenskodex: zu Sprache und Auftreten, Nähe und Distanz und zum Umgang mit Medien. Dazu gehört auch eine Verschwiegenheitserklärung.

Klare Zuständigkeiten, kurze Wege
Hinter jedem Einsatz steht eine Organisation, die Verantwortung ernst nimmt und jederzeit erreichbar ist.
- Feste Teamleitung. Jeder Auftrag hat eine feste Teamleitung als Ansprechperson. Auf Wunsch nimmt sie auch an den Teamsitzungen der Einrichtung teil.
- 24/7-Bereitschaft. Unsere Bereitschaftsnummer ist rund um die Uhr besetzt: für das Personal der Träger ebenso wie für unsere eigenen Kräfte.
- Digitale Infrastruktur. Alle Mitarbeitenden arbeiten mit unserer App: Klienteninformationen, Dienstberichte, Benachrichtigungen und Online-Kurse laufen über eine gemeinsame digitale Struktur. So erreichen Informationen alle Kräfte in Echtzeit, und wir können schnell auf Änderungen reagieren.
Kein Dienst ohne Vorbereitung
Für jeden Auftrag erstellen wir eine individuelle Klienteninformation: alle Informationen, die für die Arbeit mit dem jungen Menschen wichtig sind, an einem Ort.
Grundlage sind die Unterlagen des Trägers. Liegen keine vor, erstellen wir die Klienteninformation selbst und halten alle Besonderheiten fest, auf die es ankommt. Gern schreiben wir sie auch gemeinsam mit dem Träger weiter: Sie ist ein lebendiges Dokument, das laufend ergänzt wird.
Vor dem ersten Dienst liest jede Kraft die Klienteninformation und wird persönlich gebrieft, auch wenn sie schon lange bei uns arbeitet. Bei Änderungen werden alle Kräfte im Dienst benachrichtigt.
Vom Dienstbericht zum Monatsbericht
Jeder Dienst wird in einem Dienstbericht festgehalten. Monatlich führen wir die Berichte zusammen und werten sie statistisch aus: So erkennen wir Verhaltensmuster und Trigger früh und können ihnen gezielt entgegenwirken.
Ein System, das aus jedem Einsatz lernt
Die Bausteine greifen ineinander: Was im Einsatz geschieht, fließt über Dokumentation und Auswertung zurück in die Arbeit.
Einsatz
Unsere Krisenpräventionskräfte arbeiten nach klaren Absprachen mit der Einrichtung.
Dokumentation
Jeder Einsatz wird lückenlos dokumentiert.
Auswertung
Monatsberichte und Nachbesprechungen zeigen, was wirkt und was nicht.
Anpassung
Klienteninformationen, Absprachen und Schulungen werden entsprechend weiterentwickelt.
Fragen zu unseren Standards?
Wir legen unser Vorgehen gern offen, im Gespräch oder in Ihrer Teamberatung.